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Über die Schulter geschaut

von Erika Grans
Am 16. Mai, dem Werkstattabend unserer Videogruppe,
gab es einen Autorenabend mit dem Thema "Über die Schulter geschaut".

 

Referentin war Isabel Dziewiatka. Sie arbeitet als Cutterin bei der Mediengruppe RTL und beim WDR in den Bereichen Nachrichten und Magazine.
26 interessierte Besucher waren gekommen, darunter auch Videofreunde aus Düsseldorf und Mönchengladbach.
Isabel Dziewiatka begann ihre Ausführungen mit der Bestimmung von Einstellungsgrößen bei Kameraaufnahmenvon einer Person oder eines Gegenstandes. Ein weiteres Thema war, wie filme ich z.B. ein Interview zwischen 2 Personen. Das dritte Thema war, wie führe ich in einen Film ein.

Erstes Beispiel war die Einspielung des Films "Forrest Gump". Ruhige Kameraführung, tanzende Feder führte zu einem jungen Mann, der ruhig auf einer Bank sitzt und durch seine Art zu agieren, den Eindruck vermittelt, etwas naiv und nicht gerade der Intelligenteste zu sein. Die zweite Filmeinspielung "Falling down" zeigt genau das Gegenteil. Im Verlauf der ersten Szenen wird es immer hektischer, Großaufnahmen des gestressten Autofahrers, lautes Geschrei aus dem neben ihm stehenden Bus, eine Fliege die ihn nervt, steigern sich immer weiter, bis er in Panik mitten im Stau sein Auto verläßt. Im dritten Film "American Beauty" wird gleich zu Beginn darauf hingewiesen, dass im Laufe des weiteren Films etwas Dramatisches passieren wird. Aufnahmen des Hauptdarstellers zeigen ihn in verschiedenen Positionen(er kniet am Boden, wird von Ehefrau und Tochter nicht für voll genommen), die Kamera zeigt ihn nie freistehend, sondern immer irgendwie eingeengt, die seine ausweglose Situation immer deutlicher macht. Der vierte Film "Thomas Crown ist nicht zu fassen". In diesem Film wird die "Split-Screen-Technik" genutzt. Parallel ablaufende Handlungsstränge werden in mehreren kleinen Fenstern gezeigt. Es gibt extreme Tempowechsel. Ein großer Spannungsboden wird aufgebaut. In all diesen Beispielen zeigt Isabel Dziewiatka, wie Kameraarbeit aussehen kann und auf was man bei der Nachbearbeitung (Schnitt) achten sollte.
Sicher, viele von uns filmen seit Jahren und waren und sind auch sehr erfolgreich, aber man kann immer etwas dazu lernen. Ich fand die Ausführungen jedenfalls sehr interessant und ich hatte den Eindruck, den anderen ging es auch so. In der Pause gab es dann noch einen kleinen Snack in Form von leckeren Würstchen. Nach 21 Uhr ging unser Werkstattabend mit einem sehr interessanten Thema dem Ende zu.
Danke an Wolfgang Volker, der das alles organisiert hatte

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